Am Stausee von Kununurra

Zurück auf der Gibb River Road folgten wir ihr, um nach Kununurra zu gelangen. Wir hatten schon überlegt, dort nach Arbeit zu suchen. Sehr schnell wurden wir fündig, da ein großes Schild am Straßenrand für den Job Shop warb. Sofort wurden wir vermittelt und gleich am nächsten Morgen (1.11.) standen wir pünktlich zum Abholen bereit. Es ging auf ein riesiges Feld zum Wasser-, Rock- und Honigmelonen ernten. Leider leider sind während der Ernte auch des öfteren Melonen zerborsten, die wir dann essen mussten ;)
Ein weiteres Aufgabengebiet war das Unkrautjäten im Sandelholz. Hört sich vielleicht einfach an, allerdings müsst Ihr Euch vorstellen, bei 45 Grad ohne Schatten in der prallen Hitze zu arbeiten. Wir sind also immer mit Hut, Sonnenblocker und viel Wasser aufs Feld. Aber die Regenzeit zeigte ihre ersten Einflüsse, weshalb wir dann teilweise nur eine Stunde morgens arbeiten konnten, bevor der Platzregen einsetzte. Das hat sich für uns nicht rentiert, weswegen wir alsbald weiter zogen.
Den Feierabend haben wir immer am Stausee verbracht, der uns gleichzeitig als Badewanne diente. Er war auch relativ saltie-sicher, allerdings konnte man sich vor Mücken kaum retten!


Gibb River Road/Kimberley

Nur ein paar Eindruecke des oestlichen Abschnittes der Gibb River Road...


Drysdale River Station/Kimberley:

Da die Kimbreley eine so verlassene Gegend ist, sollte man stets darauf achten, genügend Wasser- und Kraftstoffvorräte zu haben und diese bei den raren Gelegenheiten aufzufüllen. Dies taten wir unter anderem auch an der Drysdale River Station auf der Hin- und Rückfahrt zum/vom Mitchell Plateau. Dort steckt ein öffentliches Münztelefon in einem alten Kühlschrank mit dem Hinweis, keine 10 Cent Stücke zu verwenden. Diese würden das Telefon blockieren und bevor die Telefongesellschaft dies reparieren würde, können Wochen ins Land gehen.

Mitchell Falls/Kimberley

Am 27.10. waren wir dann endlich am Mitchell Plateau gelandet. Da die Saison so gut wie vorbei war, waren keine anderen Touris zugegen. Allerdings war auch so gut wie kein Wasser in den Wasserfällen mehr. Alles lechzte nach Regen.
Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass Ende Oktober auch gleich das Ende der Trockenzeit ist und die Regenzeit vor der Tür steht, die zwar alles grün, allerdings vieles auch unpassierbar macht (unbefestigte Straßen werden dann zu Schlammwegen und ausgetrocknete Flussbetten zu reißenden Strömen- weshalb kurzerhand viele Straßen, Sehenswürdigkeiten & National Parks zu dieser Zeit geschlossen werden und teilweise erst im April wieder öffnen).
Wir konnten aber noch als die letzten Besucher der Saison die Mitchell Falls nach einem anstrengendem Marsch in der Hitze bewundern und auf dem Weg dorthin Rast bei versteckten Aborigines-Zeichnungen machen und im oberen Flussteil baden gehen (oberhalb von Wasserfällen sind die Flüsse normalerweise sicher, weil die Salzwasserkrokodile dort nicht hinwandern können)
Schön war´s dort - auch weil wir an unserer Campstelle verschiedene Tierbesuche hatten: zahme Vögel, einen Bobtail & ein kleines Säugetier.



Schlafplatz am King Edwards River/Kimberley

Um zu unseren nördlichsten Ziel in der Kimberley zu gelangen, nahmen wir dann die Kulumburu Road, welcher weiter gen Norden führt, während die Gibb River Road einen Bogen nach Osten macht. Die Region wird hier immer dünner besiedelt. Kurz nach der Abzweigung in Richtung Mitchell Plateau befindet sich der King Edwards River, dessen Querung am Ende der Trockenzeit allerdings unspektakulär ausfiel. Umso schöner war die kleine Stelle, die wir für ein paar Tage unser Heim nannten, angelten & die Seele in der Hängematte baumeln ließen. Ganz in der Nähe findet man auch beeindruckende Aborigines-Felszeichnungen.





Buschfeuer & Schlafplatz am Barnett River/Kimberley

Die Gibb River Road, der wir seit Derby gefolgt sind, führte uns weiter zum Barnett River, dessen Ufer uns einen weiteren schönen Übernachtungsplatz bot, wie schon andere kleinere Ströme vorher. Am Tage noch von einem Buschfeuer neben der Piste beeindruckt, erfreute uns am Flussufer ein Regenschauer.
Die anfangs recht nahe am Wasser gelegene Campstelle war mir dann doch zu nah am Ufer, so dass wir zum Schlafen das Zelt einige Meter weiter weg vom Fluss rückten. Da schläft´s sich doch gleich ruhiger- besonders wenn man am Tage noch Horrorstories hört, die von Zelten & Salties handeln…

Tunnel Creek/Kimberley

Der Tunnel Creek hat mir sehr gefallen, weil es dort zumindest ein bisschen wie in einer Höhle ist. Hier konnte man tausende große Flughunde nicht nur sehen, sondern auch hören und riechen!


Windjana Gorge/Kimberley

Es zog uns in die Kimberley - eine sehr dünn besiedelte Region im Nordwesten Australiens. Insgesamt waren wir ungefähr 3 Wochen in dieser Gegend. Erste Süßwasserkrokodile („Freshies“) in den Gewässern ließen uns daran denken, jetzt nicht mehr ohne Bedenken in Gewässern baden gehen zu können und einen respektvollen Umgang mit den Flüssen & Flussufern zu pflegen. Denn auch Salzwasserkrokodile („Salties“) könnten irgendwo umher schwirren und großen Hunger verspüren.
Die Windjana Gorge bot sich an, viele Süßwasserkrokodile auf einem Haufen zu sehen. Diese Tiere sind sogar sehr niedlich, wenn sie da im Wasser herumhängen mit ihren kurzen Beinchen. Wir haben sie sogar fauchen hören- hat mich an die Geräusche von Heißluftballons erinnert.




Birdwoods Down (bei Derby)

Am 18.10. erreichten wir nach kurzem Halt in Derby die Birdwoods Down Homestead (eine Homestead ist der Ort, wo die Farmleute einer Farm wohnen, wo die Werkstätten und Scheunen usw. sind). Daniel kannte die Leute schon vom letzten Mal und wollte kurz vorbei schauen. Wir blieben dort über Nacht, halfen beim Pferdefüttern & beim Bulleneintreiben und erfreuten uns an den „befroschten“ Badezimmern. Unser Schlafplatz war unter einem besonders beeindruckenden Boab-Tree. Diese Bäume sind für die Kimberley-Gegend sehr typisch und wachsen auch nur hier. Bei unserer Abfahrt bekamen wir noch leckeres frisch geschlachtetes Rindfleisch mit auf den Weg.