Auch mal untertauchen!

...Am 12. Mai verschlang uns die Touristenstadt Cairns (viele Leute, viele Läden und eine künstliche Lagunenbadelandschaft) und ließ uns für ein paar Tage nicht mehr aus ihren Fängen. Und wir ließen dort neben Zeit auch Geld. Da half nur eines: untertauchen! Cairns ist einer der vielen Küstenorte, bei denen das gigantisch große Great Barrier Reef sehr nahe am Festland gelegen ist und daher sehr zum Tauchen einlädt. Zugegebenermaßen war das gesamte Unterfangen sehr touristisch angehaucht (großes Boot und viele Leute an Board), doch eine Erfahrung ist das Tauchen schon wert. Da muss man auf Druckausgleich achten, immer richtig schön atmen und zusehen, dass man nicht andauernd nach oben steigt (wenn die einem zu wenig Gewichte angehängt haben) während man in einem Neophrenanzug steckt. Nebenbei sieht man viele bunte Unterwasserlebewesen vorbeiziehen oder schwimmt an ihnen vorbei.
Nach unseren zwei Tauchgängen packte ich das Schnorchelzeug aus und sah genauso viele bunte Tierchen und Korallen– allerdings weit weniger umständlich und ohne blubbernde Luftblasen vorm Gesicht...


The Tip – Cape York

Zugegeben: bei Betrachtung ganz Australiens befindet sich das Städtchen Cooktown schon sehr weit nördlich. Aber uns war das nicht nördlich genug- es musste die nördlichste Spitze des Kontinentes sein! The Tip, wie die Aussis das Cape York auch nennen, war noch einige Kilometer von uns entfernt, als wir am 22.04. dorthin aufbrachen, um am 2. Mai anzukommen. In den Tagen dawischen hat unser Betty-Auto viel roten Sand aufgewirbelt – das letzte Mal auf unserer Reise durch Australien, denn der größte Teil der Strecke ist unbefestigt.
Dabei hat der 4WD-Fahrer normalerweise die Wahl zwischen dem Old Telegraph Track- einem der rauhesten Pisten Australiens überhaupt und dessen Umgehungsstraße, auch unbefestigt, teilweise sehr sandig und auch nicht ohne. Wir hatten nicht die Wahl, weil erstere Strecke nach der Regenzeit noch geschlossen war. Trotzdem hatten wir genug Fahrspaß. Zum Beispiel bei zwei nicht ganz geheuren Flussquerungen, die nötig waren, um zum Iron Range Nat. Park zu gelangen. Die letzte Strecke zum Chili Beach (Teil dieses Parks) würde in Deutschland nicht mal als Waldweg durchgehen. Doch die Belohnung war ein weißer, von Kokusnusspalmen gesäumter Traumstrand, der nur wenig andere Besucher hatte. Nicht dass wir dort gebadet hätten! Fast ganz Nord-Australien ist krokodilverseucht- entsprechende Schilder stehen an Stränden und Flüssen (interessant bei Flussquerungen- da sollte man nicht im Fluss stecken bleiben...)
Außer dem Chili Beach waren eine schöne Campstelle am Wenlock River und ab und an eine Homestad (teilweise mit Zapfsäulen), eine unverschämt teure Fähre sowie die kleinen Orte im Norden (u.a. Seisia und Bamaga) Punkte auf unserem Weg zum Tip. Nach mehr als 850 km von Cooktown aus kamen wir am Cape York an. Wir verbrachten noch ein paar Tagen an verschiedenen Stränden, um dann am 10. Mai allmählich wieder in bewohnteren Gefilden zu landen...




Cairns nach Cooktown

Irgendwie haben wir es geschafft, dieses Mal in der Touristenstadt Cairns nur kurz unsere Vorräte aufzustocken und dann alsbald via Captain Cook Highway an der Ostküste weiter gen Norden zu tingeln: rechts von uns die Coral Sea mit dem Great Barrier Reef, links von uns viele kleine National Parks, die Regenwaldstücke beherbergen...da gibt es vieles anzusehen. Beispielsweise all die glasklaren Bäche, die dem saftigen Regenwald überall entspringen und Heimat von Fischen und Schildkröten sind. Man kann auch durch Regenwald wandern – so wie in der Mossman Gorge - oder durch Mangroven. Bis zu einem gewissen Punkt sind all diese Attraktionen recht touristisch.

Am Cape Tribulation allerdings trennt sich die touristische ʺNormal-Auto-Fahrer-Spreuʺ vom ʺ4WD-Auto-Fahrer-Weizenʺ. Hier beginnt der Bloomfield Track, der ohne Allrad nicht zu meistern ist – glücklicherweise, denn so konnten wir wieder mehr von der geliebten Abgeschiedenheit genießen. Das taten wir unter anderem an der ziemlich zugigen Weary Bay, wo ich eines abends fast auf eine Schlange getreten war – sah aus wie ein Stock, hat sich dann aber bewegt!

Trotz einer super Angelstelle am malerischen Strand vom Archer Point (von einer alten Anlegestelle aus) hatten wir nicht viel Glück beim Angeln. Umso mehr genossen wir die Abkühlung an einem verborgenen Wasserfall, welcher nur im Allrad erreichbar ist. In der kleinen sympathischen, da touristisch nicht überlaufenen, Stadt Cooktown füllten wir unsere Essens- und Dieselvorräte auf und fuhren nach einer Nacht am Strand weiter – immer weiter in den Norden...


Raus aus dem Staub - Rein in den Regenwald!

Nach all den vielen mehr oder weniger trockenen rot-staubenden Kilometern der letzten Wochen konnten wir mit fast jedem Mt. Surprise folgendem Kilometer mehr gen Nordosten ein immer saftig werdenes Grün erleben - bis wir am 14.4. schließlich bei den ersten Regenwaldstücken in der Gegend um Millaa Millaa angelangt sind. Es ist schon erstaunlich, wie schnell die Flora sich ändern kann- alles ist sehr vom regionalen Klima abhängig! Die Bergkette der Great Dividing Range entlang der Ostküste wirkt hierbei sehr bestimmend. In dem entsprechendem regenwäldlerischem Ambiente taucht auch die dort hausende Fauna auf- große Spinnen, große Schlangen und hungrige Blutegel...Unsere Campstelle war mir nicht so geheuer.




Von Berg zu Berg: Mt. Isa bis Mt. Surprise

Nach Mt. Isa kamen wir an weiteren Outbackperlen wie Cloncurry, Normanton, Croydon und Georgetown vorbei. Da kommt es vor, dass man Lokals an Flüssen angeln sieht- dann holt man die eigenen Angeln heraus und stellt sich dazu. Sehr oft sieht man auch diese schönen Bramen-Rinder: neben oder auf der Straße. Oder man kann alte schöne Häuser & den ältesten Laden des Outbacks bestaunen – nostalgisch sag ich Euch! Andererseits finden sich auch immer mal Häuser mit unverschlüsseltem W Lan Internetzugang, den wir dann kurz vom Auto aus zum Mails lesen nutzen...

In Mt. Surprise gibt es eine große Mienengegend, die wir natürlich in der Hoffnung auf Funde ansteuerten. (An dieser Stelle sei erwähnt, dass jeder in Queensland - wo wir uns seit Urandangi befinden - nach Beschaffung einer günstigen Genehmigung an bestimmten Stellen nach Edelsteinen suchen darf. ) Wir haben auch jeder einen kleinen Topaz gefunden- ich ließ meinen schleifen- jetzt funkelt er in der Sonne :)

Auf dem Rückweg vom Mienengebiet sind wir mit dem Auto in einem Creek stecken geblieben! Da half nur Luft aus den Reifen ablassen, Kram aus dem Auto holen, um es leichter zu machen, den Allrad-Antrieb rein und anschieben- nach einer Stunde hatten wir es endlich geschafft! Glücklicherweise war am Creek kein Salzwasserkrokodil-Warnschild...

Plenty Highway: Von Alice Springs nach Mount Isa

Wir sind ja hier unterwegs, um Dinge zu erleben, die wir immer mal erleben wollten. Dazu gehoert auch, verschiedene Arten des Sich-Geld-Verschaffens auszuprobieren. Einmal wäre da das übliche Arbeiten, was wir schon in Kununurra mit den Melonen und in Crab Claw mit Klo putzen taten. Dann kann man sein Glück im Casino testen- naja, da hatte ich in Darwin ja nicht so den Erfolg.

Eine weitere Option ist das Finden von Schätzen...Nun heißt der Plenty (engl. Überfluss) Highway nicht umsonst so: einerseits vielleicht wegen des vielen Platzes- man sieht nur selten mal Autos auf dem meist unbefestigten Highway. Andererseits sind es aber vielleicht auch die vielen Edelsteinfundorte, die in den Namen einfließen. Kurzum: wir versuchten unser Glück und sind auch ein bisschen fündig geworden- zum Reich-Werden hat es aber nicht gelangt. In den (Halb-)Edelsteinmienen am Highway konnten wir Zirkon und Granat finden und uns von Glimmer blenden lassen.

Außerdem hatte wir auf dem Highway das Glück, den Eindruck einer Panne (wir hatten nur Diesel aus einem Kanister aufgefüllt) bei einem Cowboy aus der Luft zu hinterlassen, so dass er mit seinem Helicopter neben uns anhielt und nachfragte. Er war so nett, jeweils einen von uns kurz durch die Gegend zu fliegen- na das hat aber gekribbelt im Bauch- vor allem, weil es da keine Tür gab! Du bist einfach nur angeschnallt wie im Auto, aber selbst wenn er sich gedreht hat, so dass die Erde direkt unter einem ist- man fällt nicht raus!? (Die treiben übrigens Rinder zusammen von der Luft aus und der helfende Vierbeiner sitzt die ganze Zeit mit im Helicopter.)

Anschließend waren wir in Urandangi kurz im Pub eingekehrt, um die dortige "Lokalpolitik" von der Kneiperin erzaehlt zu bekommen: sind die Straßen des kleinen Kaffs im Nirgendwo verdreckt, wird das Pub geschlossen. Ergo kümmern sich die Aborigines um müllfreie Straßen, denn sie sind die wichtigsten Kunden des Pubs. Hört sich vielleicht böse an, aber Aborigines & Alkohol ist ein Thema für sich.

Am 5.04. kamen wir leicht verzweifelt in Mount Isa an: dieser bloede Kühler war schon wieder (zum 3. Mal) kaputt - und wieder an einem Freitag Nachmittag! Also mussten wir bis Montag in der Stadt bleiben, um ihn reparieren lassen zu können. Diese Zeit hab ich gleich einmal genutzt, um etwas krank zu werden- man holt sich schnell Bauchkrämpfe & Übelkeit auf Grund mangelnder Kühlung von Lebensmitteln!

Ab Durch Die Mitte!

...Das Ziel war am 28.03. das erste Mal in Sichtweite! Oh wie schoen und imposant: der Ayers Rock (richtiger Name Uluru). Es hatte uns dreieinhalb Stunden gedauert, um in der bruetenden Mittagshitze die 9km um ihn herum zu laufen. Aber dieser Monolith ist so facettenreich, dass jeder Schritt es wert war.
Niemand erwaehnt Kata Tjuta. Warum eigentlich nicht? Das ist eine seltsame Huegellandschaft, ganz in der Naehe des Ulurus. Dort verbrachten wir den folgenden Tag, um Kata Tjuta wandernder Weise zu erkunden.
Am letzten unserer drei Tage im Uluru- Kata Tjuta-National Park waren die Wetterbedingungen guenstig genug, dass die Ranger den Aufstieg zum Uluru oeffneten. Und er war nicht ohne! Man ist nicht wirklich gesichert und eigentlich ist der Uluru laut Aborigines nicht zum Besteigen gedacht und sie bitten die Besucher, es lieber sein zu lassen. Da schlug jedoch die Abenteuerlust durch und ich entschloss mich zum Aufstieg. Schliesslich werde ich wohl nicht nochmals die Gelegenheit dazu haben. Trotzdem ist da die moralische Seite im Hinterkopf ....
Am selben Tag ging es wieder zurueck nach Alice, wo wir wieder unsere Nahrungsmittel- und Dieselvorraete auftankten, weil uns ein weiterer laengerer Reiseabschnitt (nach dem der ganzen National Parks der letzten Woche) bevorstand...


Richtung Rotes Herz

Am 12.03. haben wir endlich den "Absprung" von Darwin geschafft und sind losgefahren. Ein erstes Ziel war der Kakadu National Park suedoestlich von Darwin gelegen. Dort sind wir ein wenig umhergestiefelt und haben ab und an in Pools oberhalb von Wasserfaellen gebadet (relativ krokodilsicher).
Weiter fuehrte uns unser Weg auf dem Stuart Highway, wieder vorbei an Pine Creek, wo wir wieder ein paar Naechte blieben und tierischen Besuch von zwei Hunden bekamen. Dieses Mal sah die Campstelle total anders aus- so gruen! Aber kein Wunder, wenn man nach ein paar Monaten der Regenzeit vorbeischaut, spriesst es ueberall.
Doch da es immer weiter gen Mitte Australiens ging, wurde das saftige post-wetsaison-green bald durch trockenere Landschaften abgeloest, wo an einer Stelle die Devils Marbels (Teufelsmurmeln) herum liegen, auf denen man herrlich herumklettern kann!
Am 20.03. kamen wir in Alice Springs an, liessen wieder Geld dort fuer Lebensmittel & Diesel, um dann durch die West MacDonnell Ranges zu tingeln, wo wir fast alle moeglichen Sehenswuerdigkeiten des Nationalparkes mitnahmen. Ein besonders schoener Ort war das Ufer des Finke Rivers, wo wir eine malerische Campstelle unter einem grossen schattenspendenden Baum fanden.
Von diesem National Park gings am 27.03. zum Watarranka National Park, der den Kings Canyon beherrbergt. Natuerlich entschieden wir uns fuer die lange Wanderroute, die auch an tiefen Schluchten vorbei fuehrte...Wir kommen dem eigentlichen Ziel immer naeher...



Frecinet Peninsula/ Tasmanien

Nach zwei erlebnisreichen Tagen des Trampens- Daniel hatte seine wertvolle Kamera beim Trampen verloren, aber auch wieder gefunden- kamen wir auf der Frecinent Halbinsel an. Diese ist touristisch schon sehr erschlossen, also ziemlich ueberlaufen. Aber da wir ein paar Stunden des Wanderns gern in Kauf nahmen, waren wir wieder fast ganz allein an einem traumhaften Strand (Cooks Bay), an dem wir es eine Woche aushielten. Andere Wanderer kamen und gingen, aber die tierischen Besucher waren staendige Gaeste an unserer Campstelle...und sehr niedliche dazu :)
Schliesslich verbrachten wir noch ein paar Tage in der schoenen Stadt Hobart (unter anderem in einer Schokoladenfabrik), um dann wieder zurueck nach Darwin zu kommen und dann doch noch einmal in Crab Claw Island ein paar Kroeten zu verdienen.




South Coast Track/Tasmanien

Australien hat so viele Seiten - und Tasmanien ist eine meiner liebsten davon geworden. Am 14. Januar flogen wir von Darwin via Melbourne nach Hobart, um 5 Wochen mit den schweren Rucksaecken durch die Gegend zu tingeln...Naja, "tingeln" ist nicht der richtige Ausdruck fuer den South Coast Track, welcher unsere erste Etappe war: ganz am suedlichen Zipfel von Tassi gelegen - dann kommt nur noch der Suedpol-verlangt die 85km lange Wanderstrecke einem alles ab. Da muss man viel Essen mitschleppen, dessen Gewicht man schmerzhaft auf dem Ruecken spuert- bei jedem Schritt. Sei es durch Moorlandschaften, ueber oder unter Baeume, an atemberaubenden Straenden entlang oder ueber die Ironbound Range (der haerteste Teil) hinweg. Einmal galt es auch, einen Fluss per Boot zu queren.Wir haben wirklich wunderbare Landschaften gesehen, aber ich hab auch schon lange nicht mehr so viel geflucht, weil es teilweise echt anstrengend war! Die Belohnungen waren wunderschoene Campstellen, an denen man ausruhen konnte. Manchmal war man dort unter sich, andere Male lernten wir nette Leute kennen. Am Ende der Strecke (Melaleuca) wartete ein Essenspaket auf uns, das wir von einer Fluggesellschaft abwerfen liessen und wodurch wir ca. eine weitere Woche (nach 2 Wochen Wanderung) entspannen konnten. Und dann liessen wir uns mit einer kleinen Maschine wieder zurueck nach Hobart fliegen, um bei Helen & David auszuruhen und danach wieder zu einer anderen Wanderroute zu trampen...